|
Ox-Fanzine / Ausgabe #66 2006
Fahnenflucht Wer Wind sät... - CD/Outrock-Records Mit ihrer dritten "echten" eigenen CD hat sich die Band aus dem Großraum Duisburg sehr gesteigert: Der metallisch angehauchte Deutschpunk wirkt noch wuchtiger und druckvoller, die Texte sind politischer und durchdachter. Musikalisch spricht mich die Mischung aus Kraftmeierei, Hardcore und aufgesetzter Härte nach wie vor nicht an; es ist aber festzustellen, dass die fünf Jungs den Mix saugut hinkriegen. Ein idealer Soundtrack für alle Leute, die DRITTE WAHL oder BAFFDECKS - hier passt sogar der Sängervergleich - mochten und von EXPLOITED-Platten der neueren Generation nicht genug bekommen können. Textlich ist die Platte sogar für mich ansprechend: "Da sind die Helden der neuen Leichtigkeit/Eine neue deutsche Welle stellt sich der Vergangenheit/Täter werden Opfer, Geschichte wird gemacht/Die Saat fürs nächste Mal ist lang schon ausgebracht." Angesichts der Dumpfheit, mit der viele der neueren Deutschpunk-Bands ihre Stücke textlich anfüllen, kann FAHNENFLUCHT in dieser Hinsicht absolut überzeugen. Respekt (7) Klaus N. Frick Das Ox Anmerkung Fahnenflucht: Nach 4 vergeben Punkten für das letzte Album "KO-System" freuen wir uns natürlich über nun vergebene 7 Punkte. Vielen Dank. |
|
|
|
Worktogether Antifascist Webzine
Puh, ich komm aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und das obwohl die neue Schnitte von Fahnenflucht erst die erste Runde in Angriff genommen hat. Nachdem Ihr Debüt “Beissreflex“ schon ein Hammer Einstand war und der Nachfolger “K.O. System“ die Messlatte noch höher legte, setzen die Duisburger Jugens mit “Wer Wind sät…“ noch mal kräftig eins obendrauf. Energiegeladener Punkrock mit wunderschönen aggressiven Melodien bekommt die Zuhörerschaft hier von der ersten bis zur letzten Sekunde geboten. Textlich kommt man ohne stumpfe Parolen aus, aber bringt die Problematik dieses Landes trotzdem konkret auf den Punkt. Und das schöne daran ist das man die Problematik nicht nur anspricht, sondern auch versucht Lösungen aufzuzeigen, Mut zu machen, durchzuhalten, oder den Arsch mal wieder hochzukriegen. Mit diesem Werk katapultieren sich Fahnenflucht endgültig in die oberste Liga und zählen schon aufgrund ihrer Texte zu einer der wichtigsten politischen Punkbands dieses Landes. “Wer Wind sät…“ wäre wohl der zurzeit beste Soundtrack für die nächste Revolution. von The Steff | Friday, 02 June 2006 www.fahnenflucht.com Outrock-Records worktogether-ezine |
|
|
|
Blueprint-Fanzine Ausgabe 06 2006
Ich bin ein ausgesprochener Fan von gutem Deutsch-Punk, obwohl ich die Szene seit ca. zehn Jahren nicht mehr beobachtet habe, außer natürlich die Sachen von den BOXHAMSTERS und EA 80, die sind bis heute absolutes Pflichtprogramm. Aber die sind auch nicht so spezieller Stuff, wie der typische Deutsch-Punk. Ich bin doch irgendwie auf den alten Sachen von z.B. BLUT + EISEN, A + P, BRUTAL VERSCHIMMELT und NEUROTIC ARSEHOLES hängen geblieben. Deutsch-Punk ist ja sowieso so eine Geschichte, die sehr viel mit Erleben und den dazugehörigen Lebensumständen zu tun hat. Doch zum Saufen und Party machen gibt es nichts Besseres! Und dieses Feeling bringen die fünf Jungs von FAHNENFLUCHT doch sehr gut rüber. Melodiöser und aggressiver Punkrock mit wirklich guten Texten, wobei die Aggressivität in den meisten Songs überwiegt. Besonders bei Stücken wie „Punk Rock Pazifisten“ und „Ich bin dein Feind mein Freund“ fühlt man sich glatt um 15 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Stimme ist auch so wie sie sein soll – hasserfüllt und grimmig. Das, was Punk ja sowieso zum größten Teil ausmacht. Die CD hat mich auf jeden Fall animiert, mal wieder meine alten Scheiben heraus zu kramen und durchzuhören. Blueprint-Fanzine |
|
|
|
www.sweetjanemusic.com
Wer Wind sät... Mit „Beissreflex“ haben Fahnenflucht erstmalig auf sich aufmerksam machen können, mit „K.O. System“ erschien jedoch vor zwei Jahren dann der Langspieler, der die Band in einem schon ganz anderen Format präsentierte. Seitdem scheint man jede Menge dazu gelernt zu haben, denn die 14 neuen Songs zeugen von noch mehr Persönlichkeit, setzen zwar noch immer auf plakative Aussagen, diese jedoch werden viel besser verpackt, sowohl in lyrischer als auch musikalischer Hinsicht. Fahnenflucht scheinen seit dem Release von „K.O. System“ hart an sich gearbeitet zu haben, denn man versteht seine Instrumente viel stimmiger einzusetzen. Fast immer finden sich melodische Gitarrenleads in den Songs. Diese sind zweifelsohne noch immer Deutschpunk, jedoch vielschichtiger als zuvor. Man gibt sich nicht mehr nur mit dem bloßen Aufdecken von Missständen zufrieden, sondern bietet mehr als das. Das sehr liebevoll gestaltete Artwork unterstützt dann den Eindruck, man hätte es hier mit einer sichtlich gereiften Band zu tun. „Wer Wind sät...“, der erntet eben ein Album wie dieses. Diese Songs sind der Lohn harter Arbeit und zeigen die Band wieder einen sichtlichen Schritt weiter in die richtige Oppositionsecke. www.sweetjanemusic.com (Dennis Grenzel) |
|
|
|
Review von Sweetjanemusic zum Album KO-System
Auch eine Band, bei der ich wegen des Namens immer Abstand genommen habe, doch wie sich in der letzten Zeit zeigte, ist das ein schwerer Fehler. So auch im Falle Fahnenflucht. Der Name ist nicht Programm, denn Fahnenflucht gehen gewaltig nach vorne und das nicht klammheimlich, sondern lautstark und anklagend. Wir haben es hier schon mit Deutschpunk im engeren Wortsinn zu tun, doch ist dieser alles andere als langweilig und hirnlos. Fahnenflucht gibt es seit 1996 und wie wohl jede Band gab es auch hier unzählige Lineup-Wechsel. Auch die Proberaumheimat musste zwischenzeitlich gewechselt werden. Der Grund: "Nur wegen ein paar rotzfrechen Grundschülern, die ihr nicht selbst artikuliertes Recht auf Bildung in Form ihrer Eltern geltend machten. Nach dreitägiger Straßenschlacht räumten wir das Feld und nisteten uns Luftlinie dreihundert Meter weiter unter einem Getränkemarkt ein." ;-) "K.O. System" ist schon ein sehr eingängiges Album, jedoch scheint es von Hördurchgang zu Hördurchgang mehr zu ziehen. Da scheint alles stimmig. Die rauhe Stimme von Sänger Thomas passt ideal zu den flotten Songs, denen es auf Grund einer zweiten Gitarre nie an Melodie fehlt. Wer die guten alten BOXHAMSTERS oder auch TURBOSTAAT mag, für den könnten auch Fahnenflucht eine Bereicherung darstellen, obwohl die Musik ´einfacher´ ausfällt, d.h. straighter ist. Und auch ich würde es mir einfach machen und Fahnenflucht auf die Anklagebank setzen, wären da nicht all die Kleinigkeiten, die diese Band in großem Stile von der Primitivität abheben, wie z.B. die Richtigstellung in den letzten 3 Textzeilen bei "kleiner Terrorist". Klar ist auf "k.o. system" vom ´anders sein´ die Rede, darauf herumzutrampeln wird zum Glück vermieden. Und die Texte von Frontmann Thomas greifen zwar an, geben jedoch nie vor, die Wahrheit gänzlich für sich alleine gepachtet zu haben. "Bleibt es eine Hoffnung? Bleibt es wie es ist? Es gibt nur eine Antwort und die heißt: Ich weiß es nicht. Die Welt wird sich verändern. Nichts bleibt wie es war. Doch in welche Richtung ist für keinen von uns klar." Man ist halt eben Teil des Systems, akzeptiert. Anders aber im Teilsystem. Die Texte insgesamt sind straight und man verschluckt sich nicht an Wortspielereien. Direkt also. "Und die Zeit ist ein sonderbares Ding. Wenn man so dahinlebt ist sie nichts, doch dann auf einmal spürst du nichts als sie..." . Fahnenflucht haben gute Texte und die Musik rockt. Mittlerweile hat man sogar eine Homepage. Was will man also mehr?! Diese Platte ist alles andere als egal. Der Zweitling "k.o. system" beinhaltet alles das, was man braucht, um sich als musikalische Instanz im System zu verorten. Matt! www.sweetjanemusic.com (Dennis Grenzel) |
|
|
|
Ox-Fanzine / Ausgabe #54
Review: K.O. SYSTEM CD (Suppenkazpers) Artist: FAHNENFLUCHT Ox-Fanzine / Ausgabe #54 Schneller Deutschpunk, der kontinuierlich nach vorne gebolzt wird, mir aber auf Dauer zu eintönig wird. Die Band aus Duisburg bringt teilweise extrem politische Texte - beispielsweise der "Chill-Out Song", der sich auch als "Lied für Hamburg" versteht und ganz eindeutig Position bezieht. Teilweise kommt das dann ein bisschen arg platt rüber, trotzdem kann man der Band kein Parolengedresche vorwerfen. Die Jungs packen zudem gerne allgemeine Themen in ihre Lieder und vergessen nicht, augenzwinkernd Kritik an allerlei Dingen zu üben. Musikalisch ist es leider nicht meine Tasse Bier, da dieser Deutschpunk arg martialisch rüberkommt. Hätten FAHNENFLUCHT eine stärkere Metal-Kante, würden sie wie DRITTE WAHL klingen - das dürfte als Vergleich mit einer durchaus beliebten Band ja ausreichen. (42:00) (04/10) (Klaus N. Frick) © by OX-FANZINE / Ausgabe 54 |
|
|
|
Ox-Fanzine / Ausgabe #41
Review: BEISSREFLEX CD Artist: FAHNENFLUCHT Ox-Fanzine / Ausgabe #41 Wow! Ist zwar nicht gerade neu, was die Herren hier abliefern, aber für alle Sympathisanten des rauhen 80er Deutschpunk ist das hier ein Fest! Bei Songtiteln wie "Ziviler Ungehorsam" oder "Hausbesetzerlied" denkt man natürlich an Pathos der unteren Schublade, dennoch gibt´s hier mit z.B. "Reagieren" echte Knaller zu hören. Textlich ist das ganze auch nicht ganz so schlimm parolenmässig geraten und als musikalische Referenzpunkte fallen mir spontan die BAFFDECKS und die alten 1.MAI ´87 ein. Im Info steht was von "Ohrwurmqualitäten" und "Pogohärte" und das wird wohl so richtig sein. Checkt einfach mal www.suppenkazper.de (Torsten Felter) © by OX-FANZINE / Ausgabe 41 |
|
|
|
Musicscan 2001
Musicscan 2001 Nachdem man die Platte einmal zweimal gehört hat, ist zwar klar, dass das nix Neues ist, aber auch kein endlos wiedergekauter Mist. Die Musik steht voll in der achtziger Deutschpunktradition und ist einfach zu gut, um sie zu Überhören. Immerhin werden einige Ohrwürmer geboten, die man öfter hören kann und die schon Lust machen, die Band mal auf der Bühne zu sehen. Absolut pogotauglich! textlich ist das ganze aber dann mehr ein Griff in die Mottenkiste. Haben andere schon besser und weniger plakativ, pathostriefend dargeboten. Paát mir auch persönlich nicht, da es manchmal doch schon in Richtung "Parolengrölen" geht (z.B. "Gewalt"). Alles in allem ist aber klar, warum man von einer der besten Bands des letzten Schlachtrufe-Samplers spricht. Und obwohl die Texte der Musik manchmal ein Bein stellen ist die Platte für die Liebhaber der 80er durchaus hörenswert. Man darf gespannt sein, was noch kommt. Christoph Rating: 6 von 10 Sternen 02.05.2001 |
|
|