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Review Wahrschauer

Auch Günter Jauch ist mit Fragen populär geworden und nicht mit Antworten!

Das vierte Album der Band aus Rheinberg - ein Ort im Ruhrpott zwischen Kamp-Lintfort und Bottrop. Irgendwie mitten drin und doch voll daneben. Ich meine... wer kennt schon dieses Nest? Eigentlich nur, wer sich mit der Band FAHNENFLUCHT beschäftigt...
Vor einigen Jahren setzte die Combo mit ihrem Debütalbum "Beissreflex" starke Akzente und es ist nicht untertrieben, wenn man es als eins der besten Deutschpunkalben ever bezeichnet. Da stimmte einfach alles. Das sah auch die Szene so, und so wurde FAHNENFLUCHT innerhalb kurzer Zeit bekannt. Die darauf folgenden Alben "K.O. System" und "Wer Wind sät..." kamen nicht an den Meilenstein "Beissreflex" heran, waren jedoch auch nicht so plakativ. Insgesamt waren sie aber immer noch besser als 80 % von dem, was heute im weitesten Sinne Deutschpunk ist.


Nun steht mit "Schwarzmaler" das vierte Album in den Startlöchern, was nach Aussage der Musiker mehr in Richtung der "Beissreflex" geht. Mit zwei neuen Leuten und neuem Schwung heißt es also: auf zu neuen Taten!


"Augen auf und durch, es gibt noch viel zu tun. Auf Frustration und Ohnmacht sollten wir uns nicht ausruhen" heißt es im ersten Song "Augen Auf" - ein Stück, das einem die Sprache verschlägt. Ein Text, der Wort für Wort und Zeile für Zeile genau den Nerv derer trifft, die noch nachdenken, überlegen und nicht alles akzeptieren. Außerdem wirft der Song die Frage auf, warum wir nicht endlich mit den Religionen und dem Denken in Nationen aufhören - ein Text der unglaublich intelligent ist und trotzdem nicht verkopft oder kryptisch. Als zweiten Song gibt es den titelgebenden Track mit dem Refrain "Bis hier hin ging es gut, doch vermutlich wird es schlimm. Meine Welt hat keine Farben, weil ich Schwarzmaler bin." Das klingt sehr depressiv, verstört und... ja, hoffnungslos. Textlich und musikalisch auch hier wieder ganz großes Kino.


Die Musik und die Aufnahme gehen bei diesem Album tatsächlich wieder mehr in Richtung des Debütalbums, wobei die Melodien noch etwas ausgefeilter sind. Die Aufnahme ist differenzierter und trotzdem fett und knallig, ohne übersteuert zu sein. Hier hat das Aufnahmestudio DocMaKlang Studio ein Meisterarbeit abgeliefert. Damit kann man schon angeben.


Auch die weiteren Songs auf "Schwarzmaler" behandeln komplexe Themen, die zwischen aktuellen Geschehnissen, generellen gesellschaftlichen Problemen und persönlichen Empfindungen hin und her pendeln oder sogar alle diese Themen innerhalb eines einzelnen Stückes behandeln. Textlich ist das intelligent, radikal, persönlich und provokant. FAHNENFLUCHT stellen die richtigen Fragen. Allerdings haben sie darauf selten Antworten. Zumindest präsentieren sie uns diese nicht in ihren Texten. Aber auch Günter Jauch ist mit Fragen populär geworden und nicht mit Antworten. Dabei möchte man genau diese Antworten gerne mal hören! Hinterfragen kann man viel (eigentlich alles), aber es braucht auch mal Antworten, Ideen, Utopien, um auch andere Menschen dafür zu begeistern und um so vielleicht die Welt etwas besser zu machen.


Trotz dieser Kritik bleibt "Schwarzmaler" ein vielseitiges Album, das sowohl textlich als auch musikalisch absolut überzeugt. Ich höre es jetzt bestimmt schon zum zwanzigsten Mal und mich langweilt es bisher nicht. Keine Sekunde. FAHNENFLUCHT ist eine Band, die einem aus der Seele spricht.


Aggressive Punk Produktionen / Edel VÖ: 11.03.2011

Review der Woche 7/2011: FAHNENFLUCHT "Schwarzmaler"
Geschrieben von: Frank
Samstag, den 16. April 2011 um 01:40 Uhr

Review OX FANZINE, Ausgabe April/Mai 2011

Deutschpunk, da war doch mal was? Kritisch, provokant, energiegeladen - gerne destruktiv. Was davon übrig ist und wie man auch in 2011 ein fieser Stachel im Arsch der Gesellschaft sein kann, beweisen neben einigen wenigen Protagonisten, diese fünf Jungs aus der Gegend um Duisburg. "Augen auf und durch, es gibt noch viel zu tun, auf Frustration und Ohnmacht sollten wir uns nicht ausruhen!" (Augen auf") eröffnet, während "... so lange ich noch kann, geb ich keine Ruh" ("Taub, stumm & blind") einen ungebremsten Reigen aus zwölf Tracks ohne Ausfall beschließt.
Einziges Manko ist die Rastlosigkeit der Platte. Kaum ein Ruhepol, an dem das Besungene verarbeitet, verdaut werden kann. Zwischen Selbstzweifel (Titeltrack, "Leben ist tödlich"), Wahlversprechen ("Alle vier ahre"), der Suche nach Freiheit und dem Niederreißen gesellschaftlicher "Mauern", scheut man sich nicht vor Wahrheiten und unterlegt das mit metallischem Uptempo-Punkrock, für dessen Aufwärmphase es ganzer drei Vorgängeralben bedurfte.
Es scheint, als hätte jemand der Band endlich die Ketten gelöst und ein Vitamin-Wut Gemisch gespritzt. Überlegt kritisch, motivierend und temporeich brennen sich "Schwarzmaler", "Was tun wenn`s brennt", "Insel Freiheit", "Blut" und der Opener gnadenlos ins Gehör. Eingängige Harmonien, druckvolle Drum-Beats, hymnische Refrains sind neben dem rauhbeinigen Gesang die Markenzeichen der Band, die hier zu einem modernen, kompakten Album zwischen alten TOXOPLASMA, SLIME (Schweineherbst") und BAFFDECKS (Gesang) führen.

Ganz stark! Jetzt ist Hamburg gefordert, denn sonst teilen sich Rostock und Duisburg den nationalen Punkrock-Thron. Grauzonen Siechtum und Web-Revoluzzer aufgepasst: "Meine Seele brecht ihr nicht!"

8/10
Lars Weigelt

Review "Schwarzmaler" von www.Powermetal.de

Auf dem Weg zur Legende!
Während sich derzeit dank Bands wie FREI.WILD oder ROTZ & WASSER eine beunruhigende, sehr kommerziell ausgerichtete Deutschrock-Panik manifestiert, wettert man in eher Punk-verliebten Kreisen quasi als Gegenpol immer noch gegen Staat und System. Die Duisburger Punk-Institution gehört inzwischen zu den Rädelsführern einer ganzen Bewegung und als weitaus authentischerer Strom, schwingt sich dabei sogar auf, es Legenden wie den Jungs von DRITTE WAHL gleichzutun. Mit dem neuen, mittlerweile bereits vierten Album "Schwarzmaler" bleiben die Ruhrpott-Herren ihren Dogmen sowie ihrem relativ aggressiven Stil treu - und sollten somit nicht nur bei Iro-Trägern und Ewigpolitischen Anklang finden.

Losgelöst von der lyrischen Aussage der Duisburger überzeugt das Material nämlich auf ganzer Linie. Fette Dynamik, eine Menge Biss, dazu vielschichtige, niemals festgefahrene Arrangements und obendrein Vocals, die ambitionierter nicht mehr umgesetzt sein könnten: Diese Band hat nicht nur eine Vision, sie lebt sie überdies auch! Dementsprechend braucht man beim aktuellen Release auch absolut keine Highlights herauszufischen, da sie sich quasi ununterbrochen aneinanderreihen. Erwähnenswert ist jedoch sicher der brachiale Titelsong und das rasante Doppelpack 'Was tun wenn's brennt' / 'Alle vier Jahre', die durch ihren räudigen Ansatz noch einmal besonders hervorstechen. Dazu gibt es melodische Mitbrüller wie 'Öl ins Feuer' und 'Mauern', anständige Uptempo-Stücke wie 'Augen auf!' und 'Taub, stumm & blind' sowie schlichtweg überzeugende Punk-Schoten namens 'Meinetwegen Glas' und 'Erster Mai'. Da zuletzt auch die textlichen Ergüsse über plakative Parolen hinausgehen und durchaus einen ernsten sozialkritischen Hintergrund haben (der sich nicht bloß an den üblichen Standards orientiert), kann man "Schwarzmaler" wirklich bedingungslos empfehlen. Mehr noch: Ein derart euphorisches, durchdachtes Deutschpunk-Album ist schon lange nicht mehr durch die hiesigen Boxen rotiert!

Anspieltipps: Öl ins Feuer, Meinetwegen Glas, Schwarzmaler

*


Note: 8.5 / 10
Björn Backes, 4.3.2011

Review von WASTEofMIND

5 Jahre haben sich Fahnenflucht für ihr neues Album Zeit gelassen, der Übergang wirkt trotzdem fließend - "Schwarzmaler" klingt genauso, wie man die Duisburger Punkrocker in Erinnerung hat. Wobei: Ein bisschen vielseitiger sind sie noch geworden - und vielleicht insgesamt noch stärker im hymnischen Midtempo verwurzelt als früher.

Ansonsten sind die alten Stärken auch die aktuellen: Die wütenden, aber nie plumpen Texte etwa, die satten Riffs, die immer wieder den Dritte Wahl-Vergleich provozieren, und die eingängigen Melodien, die - auch wenn der Vergleich ja immer ein bisschen hinkt - auch teils an Bands wie die Toten Hosen denken lassen. Gesprächsstoff gibt es für die Band weiterhin mehr als genug - egal ob es um die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten, Thilo Sarazzin oder die Spaltung zwischen arm und reicht geht.

Dabei geht man nie zu sehr mit erhobenem Zeigefinger, dafür immer ein bisschen pessimistisch vor, was der Energie aber keinen Abbruch tut: Stücke wie "Augen auf!", das grandiose "Leben ist tödlich" oder das rockige "Meinetwegen Glas" sind textlich und musikalisch ebenso mitreißend wie eingängig - und machen exemplarisch deutlich, dass Fahnenflucht nicht eine unter vielen, sondern eine der wenigen besodners guten deutschsprachigen Punkrockbands sind.

Tito Wiesner 7.5/10

website

Review Schwarzmaler von plasticbomb

plasticbomb
FAHNENFLUCHT Schwarzmaler
Sie sind eine der wenigen Bands, die diesen relativ modernen, fett produzierten Deutschpunk richtig gut und unpeinlich rüberbringen. Schon die letzte CD der Band aus Duisburg und Umgebung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Zwischen "Wer Wind sät" und "Schwarzmaler" liegen 5 Jahre. Aber das Album klingt so als würde es nahtlos an den Vorgänger anknüpfen. Als wäre es nur kurz danach aufgenommen worden. Auf "Schwarzmaler" hört man 12 exzellente Tracks, die durch ihre fette Produktion, ihre Härte und die kritischen, politischen Texte positiv im Ohr bleiben. Die Texte sind direkt, geradeaus und kommen sofort zur Sache. Aber sie sind weit davon entfernt plakativ oder Klischee beladen zu sein. Ich habe sonst des öfteren ein Problem damit Deutschpunkbands ernst zu nehmen. Weil die Bands oft wie Kühe auf der Weide stehen und musikalisch wie auch textlich alles stupide wiederkäuen. Bei FAHNENFLUCHT ist das anders. FAHNENFLUCHT sind eine ernst zu nehmende Band. Sie sprechen alle Generationen an. Egal ob jung oder alt. Man kann sie sich anhören ohne das Fremdschämen angesagt ist (wie beispielsweise bei BETONTOD). FAHNFLUCHT stehen für Deutschpunk, der knallt, der ordentlich Speed drauf hat, der eine Aussage besitzt, der ohne Schnörkel auf den Punkt kommt. Ab geht´s ! (Veröffentlichungstermin: 11.03.2011) Micha.- (www.aggressivepunkproduktionen.de / im Plastic Bomb Shop: www.mailorders.de)

Review von www.burnyourears.de

Fahnenflucht - Schwarzmaler

Bis hierhin ging es gut, doch vermutlich wird es schlimm... Na, das wollen wir doch wirklich nicht hoffen. Ist aber auch nicht zu erwarten. Denn zumindest der erste Teil dieses Satzes, welcher dem großartigen Titeltrack der neuesten FAHNENFLUCHT-Scheibe entnommen ist, entspricht absolut der Wahrheit, wenn man ihn denn auf die Entwicklung der Band bezieht. Bis hierhin ging es tatsächlich mehr als gut. Und das über mittlerweile vier Studioalben, eine Split mit ZAUNPFAHL und diverse Beiträge zu verschiedenen Deutschpunk-Samplern. Und wenn die fünf aggressiven Rheinberger nicht entgegen aller Erwartungen in Zukunft plötzlich eine ganz andere Schiene fahren werden, dann bleibt zu erwarten, dass das nächste Album dieser außergewöhnlich anspruchsvollen Punkformation wieder alles andere als schlimm werden wird. Die Jungs von FAHNENFLUCHT standen schon immer und stehen auch heute noch für qualitativ hochwertigen Deutschpunk mit einer deutlichen Metal-Kante und einem drückenden Soundgewand. Das haben sie mit „Schwarzmaler“ nun ein weiteres Mal mehr als eindrucksvoll bewiesen.

Dieser Eindruck entsteht bereits während des treibenden Openers „Augen auf!“, welcher nur wenige Sekunden benötigt, um den geneigten Hörer mit eingängigem Refrain, knüppleharten Strophen und jeder Menge Mitgrölpotential in den Bann dieser Scheibe zu ziehen. Eigentlich kaum zu glauben, dass man es hier mit einer Punkplatte zu tun hat. Der dichte Sound drückt wirklich hervorragend aus den Boxen und die Gitarren schrammeln nicht bloß ideenlos vor sich hin, sondern machen nachdrücklich klar, dass die Herren von FAHNENFLUCHT neben DRITTE WAHL, BETONTOD, SLIME und RAWSIDE sicherlich auch die eine oder andere Thrashmetal-Scheibe im heimischen Plattenschrank stehen haben. Das schlägt sich auch auf das meist überdurchschnittlich schnelle Drumming nieder, welches zwar überwiegend in immer der selben treibenden und wenig variantenreichen Art und Weise geknüppelt wird, wie es sich für Punk nun mal gehört, zumindest ab und an jedoch auch mal in groovende oder auch richtig flinke Gefilde abrutscht. In Verbindung mit den brachial schreddernden Riffings, einem ordentlich wummernden Bass und den aggressiven Vocals, welche immer ein wenig an den guten Tom Angelripper erinnern, ergibt das ein stimmiges Gesamtbild, wie man es von dem Quintett gewohnt ist.

Ebenso dürfte sich der gemeine FAHNENLUCHT-Fan mittlerweile an die relativ cleveren und hintergründigen Texte der Band gewöhnt haben. Hier gibt es mehr auf die Ohren als das in Punkkreisen übliche Geschimpfe auf das untragbare System und den obligatorischen Song über eine verflossene Liebe. Selbstverständlich wird zumindest die erste Thematik auch auf „Schwarzmaler“ angeschnitten. Doch wird dies in Titeln wie „Leben ist tödlich“ oder „Alle vier Jahre“ auf verhältnismäßig anspruchsvolle Weise getan und ein Song wie „Was tun wenn’s brennt“ beansprucht nicht bloß die Bein- und Nackenmuskulatur, sondern auch die grauen Zellen. Insgesamt werden in den zwölf Tracks verschiedenste Themen aufgegriffen, welche allesamt sehr kritisch daherkommen und von einem überdurchschnittlichen Intellekt der fünf Fahnenflüchtigen zeugen. In Verbindung mit den einwandfrei eingespielten Instrumenten und einem Songwriting, welches gerne mal aus den simplen Punkstrukturen ausbricht, kann man bezüglich „Schwarzmaler“ wohl von einer Punkplatte für gehobene Ansprüche sprechen. So wie man es eben gewohnt ist.

Als einzigen richtigen Kritikpunkt kann ich eigentlich nur den meiner Meinung nach etwas zu niedrig gehaltenen Melodieanteil anführen. Langanhaltend im Ohr verweilende Singalongs wie etwa der Refrain von „Meinetwegen Glas“ oder der kleine Zwischenpart im Opener sind leider insgesamt etwas vernachlässigt worden. Dabei passen diese melodischen Passagen hervorragend ins Gesamtbild und nehmen diesem nicht im Geringsten die Aggressivität, auf welche hier ganz klar das Hauptaugenmerk gelegt wurde. Davon also bitte etwas mehr beim nächsten Mal. Dann wäre auch die Langzeitmotivation nachhaltig gesichert und es gäbe wirklich nicht den Anflug eines Grundes zum Schwarzmalen. Das Leben ist doch so bunt...



Review
Geschrieben von: Gunnar
Donnerstag, den 17. März 2011 um 19:29 Uhr
fahnenflucht

Stil (Spielzeit): Punk (42:37)
Label/Vertrieb (VÖ): Aggressive Punk Produktionen (11.03.11)
Bewertung: 8 / 10
www.fahnenflucht.com
http://www.myspace.com/fahnenfluchtband

Review von Pitxplorer


Mit ihrem vierten Album “Schwarzmaler” legt die Punkformation aus dem Duisburger Hinterland glatte Steigerung zum Vorgänger Album hin. Das 12 Songs starke Album kommt mit flottem von Hardcore angehauchtem Deutschpunk daher und bekommt durch die druckvolle Produktion richtig Wucht. Schon nach den ersten Takten des Openers “Augen auf!” möchte man die Boxen noch etwas lauter drehen, damit die Nachbarn auch was davon haben.
Da Fahnenflucht, im Gegensatz zu vielen Genre Kollegen, ihre Songs textlich nicht mit Dumpfheit, sondern mit Witz und bissiger Kritik ausfüllen, können siet das Gaspedal noch ein bisschen weiter gen Bodenblech treten und haben sich so mit “Schwarzmaler” zum Beginn des Jahres aufjedenfall die Poleposition auf dem Deutschpunk-Sektor gesichert.
Wer vielleicht beim Opener noch zögert der wird spätestens beim zweiten Song “Schwarzmaler” sein Herz an diese Scheibe verlieren. Ein wirklich großartiges Album das die Reihe der guten Deutschpunk Alben die Fahnenflucht 2003 mit “KO System” begonnen haben , erfolgreich weiterführt.
Die fünf Jahre Wartezeit die seit “Wer Wind säht” ins Land gegangen sind, haben Fahnenflucht sehr gut genutzt und sich so in eine Liga mit Bands wie Dritte Wahl oder den Baffdecks gespielt. “Schwarzmaler” ist ein absolut durchdachtes Album mit sehr guten Texten und einem fantastisch druckvollen Sound. Was will man von einem Deutschpunk Album mehr?

Fahnenflucht - Schwarzmaler
von: Florian Stoffelen

Wertung:
9 von 10 Punkten
Label:
Aggressive Punk Produktionen
V.Ö. Datum:
11.03.2011

Link zum Original

Review von punkrocknews.de


10.03.2011

Die 1996 gegründete Punk-Band Fahnenflucht hat mittlerweile auch schon einige Jährchen auf dem Buckel. Das neue Album namens "Schwarzmaler" beweist aber, dass die Jungs weiterhin voller Power und Energie stecken. Mit einer gehörigen Würze Hardcore präsentieren sie Deutschpunk, wie man sich ihn nur wünschen kann. Der Hörer kriegt intelligente deutsche Texte, mit viel Sozialkritik und reichlich politischen Bezügen serviert, Punk also, so wie er ursprünglich gedacht war. Auf pubertäres Gesinge über Alkohol und Sex muss man in diesem Fall komplett verzichten. Fahnenflucht gehen mit ihren hintersinnigen Texten in die Offensive, sodass man als Hörer beim Konsumieren des Albums regelrecht gefordert wird.

Aus diesem Grund darf man auf ein anspruchsvolles und musikalisch energiegeladenes Album freuen, Partysongs oder Ohrwürmer findet man dafür vergebens. Trotzdem schaffen es Fahnenflucht, ihre Titel mit reichlich eingängigen Melodien und einen druckvollen Sound zu versehen, was die Folge hat, dass "Schwarzmaler" nicht nur für den Geist, sondern auch für die Ohren was zu bieten hat.

Insgesamt bietet das Album zwölf neue Titel mit einer Spielzeit von knapp 45 Minuten. Das Artwork ist sehr ansprechend gestaltet. Viele minimalistische Zeichnungen fangen das Flair des Albums hervorragend ein. Liebe zum Detail sieht man zum Beispiel beim Labeldruck der CD. Zu sehen ist dort noch einmal das Titelmotiv des Albums mit einer verzweifelten Person, die in einer Ecke eines Raumes sitzt und eine Waffe in seinen Händen hält. Nimmt man die Scheibe aus ihrer Halterung, bekommt man dann auf der Rückseite des Inlays die leere Raumecke zu sehen, nur noch eine Pistolenhülse liegt auf dem Boden.

In einem 16-seitigen Beiheft kriegt man alle Texte des Albums zu lesen, außerdem findet man in der Mitte des Heftes ein zweiseitiges Bandfoto. Auf der Rückseite befinden sich die restlichen Daten, wie zum Beispiel eine Auflistung der Mitwirkenden. Ebenso wie die restliche CD ist auch das Beiheft mit passenden Zeichnungen versehen.

"Schwarzmaler" ist ein hervorragendes Album, das man allen Freunden von Deutschpunk- und Politpunk-Bands wärmstens empfehlen kann. Fahnenflucht gehen musikalisch und textlich in die Offensive, viele werden mit Sicherheit bei der ein- oder anderen Thematik anecken, aber das ist schließlich der Sinn des Punks. (sk)

Unsere Bewertung:

4 / 5 Punkte

4 / 5 Punkte

Label: Aggressive Punk Produktion
VÖ: 11. März 2011

Link zum Original

Review Schwarzmaler von uglypunk.de

uglypunk.de
FAHNENFLUCHT Schwarzmaler
FAHNENFLUCHT sind für mich seit dem “Wer Wind sät…“ Album die Meßlatte für modernen Deutschpunk schlechthin. Unzählige Runden musste sich der vorherige Silberling im Player drehen und das alle in einer Lautstärke, die nur selten gesund für die Ohren war. Nun also ein neues Werk der Fahnenflüchtigen und die Ohren sind neugierig gespitzt. Wie bereits erwähnt, sind FAHNENFLUCHT eines der Aushängeschilder des modernen Deutschpunks, der mit fetter Produktion aus den Boxen brezelt und sich von den Ketten des typischen Deutschpunks gerne mal losreißt, da er auch Elementen aus Hardcore und Metal Raum bieten möchte. Trotzdem regiert aber in erster Linie immer noch der Punkrock und der schnelle, aggressive Sound wird außerdem noch ausgiebig durch die raue und kratzige Stimme von Sänger Thomas geprägt, und natürlich durch die Sologitarre, die auch den Gesangparts in den Strophen unterstützend zur Seite steht. Textlich lässt man sich nicht Lumpen und bleibt politisch interessiert, fragend, anklagend. Ein Mut machendes Kämpferherz, aber auch mal Resignation bei einem Blick in die Zukunft, spiegeln die Gefühllage beim Schreiben der Songs deutlich wieder. Überhaupt sollten die unverschlüsselten, direkten und ohne pseudointellektuelles Kauderwelsch vorgetragenen Texte jedem anständigen Deutschpunker mit Hirn aus der Seele sprechen. Um die Welt bunt zu malen, sind FAHNENFLUCHT viel zu realistisch und selbst das Grau erschien ihnen noch zu hell. “Schwarzmaler“ ist ein Album, was nicht nur permanent dicht an der Wahrheit ist, sondern auch voller Wahrheiten steckt und die machen halt manchmal wütend. All die Wut, aber auch einen großen Eimer voller Energie und guter Ideen, schüttet man mit dieser Platte aus… und zwar restlos. Steff

Review Schwarzmaler von crazyunited.de

crazyunited.de
FAHNENFLUCHT Schwarzmaler
Nach über vier Jahren erscheint jetzt endlich, nach erneuten Besetzungswechseln, eine neue Scheibe von FAHNENFLUCHT. Mit `Aggressive Punk Produktionen´ haben die Jungs auch ein starkes Label im Rücken und bei den Wellen, die selbiges bisher schon geschlagen hat, ist der Band eine Menge Aufmerksamkeit gewiss. Dem Anspruch der Plattenfirma, keinen stumpfen Deutschpunk zu veröffentlichen, genügen FAHNENFLUCHT ohne Zweifel, denn schon die Texte heben sich ohne Mühe vom Großteil ihrer Kollegen ab. Rausgebrüllt von Thomas mit seiner prägnanten, rauen Stimme spürt man förmlich die Wut und will am liebsten sofort gegen die ganze Ungerechtigkeit in diesem Land kämpfen! Der Sound ist weitestgehend geblieben und bewegt sich zwischen schnellem Punkrock und Hardcore, selten wird das Tempo mal gedrosselt. Trotz des insgesamt hohen Tempos mit dem man sich durch die Tracks prügelt, kommen die Melodien nicht zu kurz und machen das Album abwechslungsreich. Hier kommt definitiv keine Langeweile oder Eintönigkeit auf. Die Produktion ist aus meiner Sicht so wie man es erwarten kann, druckvoll, angemessen sauber und eignet sich sehr gut zur lauten Beschallung. Mit „Schwarzmaler“ ist FAHNENFLUCHT ein klasse viertes Album gelungen und es wird die Band hoffentlich einen Schritt weiter nach vorn bringen. Denn neben DRITTE WAHL und einigen Wenigen, sind FAHNENFLUCHT noch eine Band von Relevanz, die etwas zu sagen hat und das auch rüber bringen kann. Note: 1- East Side Daniel

Review von in-your-face.de

FAHNENFLUCHT schlagen mit ihrem Album "Schwarzmaler" einen Weg mit langer Tradition ein, nämlich den Weg des Deutschpunks. Obwohl es sehr viele Bands aus dieser Richtung gibt, schaffen es FAHNENFLUCHT sich ganz klar zu positionieren.

Natürlich sind die Texte politisch und fern von Hippie- und Heile Welt-Attitüde und prangern Missstände an und trotzdem sucht man hier blinde Wut und passives Selbstmitleid vergebens. Die Lieder des Albums wie "Schwarzmaler", "Leben ist tödlich", "Was tun wenn's brennt", "Alle vier Jahre (Wahlkampf)" schlagen musikalisch und textlich ganz eindeutig Punk-Klänge an. Diese mögen zwar nicht neu oder gar "trendy" sein, sind aber immer noch wirkungsvoll. FAHNENFLUCHT haben sicher auch nicht den Anspruch, das Rad neu zu erfinden oder gar der breiten Masse zu gefallen.

Allen, die intelligente Texte gepaart mit einer eindeutigen Haltung mögen und gern Mal über unsere Gesellschaft nachdenken wollen, kann ich "Schwarzmaler" guten Gewissens ans Herz legen. Für Leute, die sich ausschließlich berieseln lassen wollen, wird dieses Album sicher nicht das Richtige sein.
Bewertung
IYF:
(Bewertung: 6 von 10 Lumpis)

Label Aggressive Punk Produktionen
VÖ 11.03.2011
Kontakt http://www.fahnenflucht.com


[url=http://www.in-your-face.de/reviews/fahnenflucht-schwarzmaler ]website[/url]



Review Schwarzmaler von www.rock-rebel.de

www.rock-rebel.de
Fahnenflucht - Schwarzmaler
Fahnenflucht stehen seit etlichen Jahren für harten kompromisslosen deutschsprachigen Hardcore-Punk. Fünf Jahre sind ins Land gegangen seit ihrem letzten Album “Wer Wind sät” und nun steht für den 11. März das Release des Nachfolger-Albums “Schwarzmaler” an. Die Messlatte dafür haben die Jungs sich mit ihren vorherigen Werken sicher nicht gerade niedrig gesetzt. Dazu noch die lange “Wartezeit” – das erzeugt mit Sicherheit große Erwartungen, auch bei mir. Ich hatte nun die Möglichkeit die CD schon vorab zu hören und bin nicht gerade unbeeindruckt… Schon nach den ersten Takten setzt bei mir der Reflex ein, die Lautstärkeregler sofort hochzudrehen. Der Sound kommt extrem druckvoll durch die Boxen gedröhnt und ist wunderbar abgemischt. Beim Tempo der Songs halten sich Fahnenflucht an ihr Schema, wobei schon mehr Vielfalt Einkehr hält. Der ruhige Gesangspart beim Opener “Augen Auf” wirkt da doch schon etwas ungewohnt, überzeugt aber schon beim ersten Hören. Der Titelsong “Schwarzmaler” wartet mit herrlich schmetternden Gitarren-Riffs auf und ist, wie die meisten anderen Texte auch, auf eine gewisse Weise pessimistisch, die meist als Ansporn gesehen werden kann. Thematisiert werden neben Gerechtigkeit und der Finanzkrise (“Leben ist tödlich”), politische Brandstifterei (“Was tun wenns brennt”), heuchlerische Politiker (“Alle vier Jahre”), Trash-TV (“Meinetwegen Glas”), der Überwachungsstaat (“Insel Freiheit”) etliche andere gesellschaftskritische Sachverhalte. Bei ihren Formulierungen und ihrer Kritik gehen sie dabei in die Tiefe. Der Finger ist stets in der Wunde und wird dabei ständig hin und her gedreht. Bissig waren Fahnenflucht eigentlich schon immer, aber hier legen sie noch ein ganzes Stückchen zu! Mein Fazit lässt sich mit einem Wort beschreiben: Schade! Schade, dass das Album erst am 11. März erscheint. Man merkt deutlich, dass “Schwarzmaler” kein Schnellschuss ist, sondern sehr viel Dynamik da drin steckt. Musikalisch wirken Fahnenflucht reifer, aber haben an Biss und Druck absolut nichts eingebüßt – eher im Gegenteil. Aggropunk hat mit diesem Album ein wahres Schätzchen im Repertoire gewonnen und ich bin nun erstmal auf mein erstes Live-Erlebnis der neuen Stücke gespannt!

Review Schwarzmaler von www.Musiktipps24.com

Musiktipps24.com
Fahnenflucht - Schwarzmaler
Viele von euch werden sich wundern: Neben all dem Charts und Mainstream-Einheitsbrei kommt an dieser Stelle mal echte, ehrliche und handgemachte Musik an den Start, die sonst ja eher selten ihren Weg auf diese Seiten findet. Mit Fahnenflucht verbindet mich allerdings eine lange, persönliche Geschichte und weil ich mich über ihr neues Album “Schwarzmaler” riesig gefreut habe, gibt es hier nun auch mal ein paar Infos dazu. Wie oben schon erwähnt verbindet mich mit Fahnenflucht eine lange Geschichte: Zu meinen Teenagerzeiten war ich voll auf “Punk” und Bands wie Wizo, Slime oder Daily Terror gehörten zu meinen absoluten Favourites. Zudem bekam ich von einem Kumpel eine Kassette der Band Fahnenflucht geschenkt, die damals gerade in ihren Anfängen steckten. Darauf war auch das Lied “Kleiner Terrorist”, das schnell zu meinem Lieblingslied wurde. Wizo und viele anderen Bands aus dieser Zeit sind heute nicht mehr aktiv. Fahnenflucht aber haben sich seitdem zu einer der erfolgreichsten Deutschpunkbands gemausert, die nun mit “Schwarzmaler” endlich ein neues Album an den Start bringen. Im letzten Jahr haben sich die Jungs unter der Regie von Produzent Matthias Lohmöller in den DOCMAKLANG-Studios eingefunden und haben dort mit dem Schreiben der neuen Songs begonnen. Einige Songs waren schon fertig geschrieben, aber viele kreative Ideen haben Fahnenflucht erst in der niedersächsichen Einöde bekommen. Wie alle Alben zuvor ist auch das neue Album “Schwarzmaler” sehr politisch und bekennt sich zu den Themen unserer Zeit. Dabei nehmen Thomas, Reiner, Mole, Marc und Jan aber wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. “Was tun wenn’s brennt” befasst sich mit dem Thema Sarrazin. “Schwarzmaler” bezieht sich direkt auf die Situation unseres Planeten bzw. der Menschen auf dieser Erde. Wie immer bissig und scharf auf den Punkt sind die Texte formuliert und so gibt es keinerlei Raum für falsche Schlüsse. Musikalisch ist das in meinen Augen eines der besten Alben der Band: “Schwarzmaler” klingt druckvoll und voller Energie. Dreht man die Platte auf, wird man von einer Gitarren- und Soundwand weggeblasen. Schon fast ein bisschen untypisch für den meist schrammelig gespielten Deutschpunk, diese Perfektion beim Spielen. Aber genau das macht diese Platte auch aus, sie wandert zwischen OldSchool-Punk und NewSchool-Hardcore und spricht somit auch verschiedenste Hörerschichten an. Hier muss man auch noch ein weiteres Mal Produzent Matthias Lohmöller loben, der in Punk- und Metalkreisen ja bereits eine Instanz ist, aber er hat Fahnenflucht zu absoluten Höchstleistungen getrieben und trägt somit maßgeblich zum Erfolg von “Schwarzmaler” bei. Erscheinen wird das neue Album “Schwarzmaler” am 11. März. An dieser Stelle will ich euch noch ein paar Hörproben an die Hand geben, die ihr euch auf jeden Fall reinziehen solltet. Somit können Fans der Band die Wartezeit zum neuen Album verkürzen und alle die noch keine Fans von Fahnenflucht sind, können es so nun werden. Anbei gibt es ein Video zum Song “Schwarzmaler”, das coole Backstage-Szenen aus dem Studio zeigt und als erste Hörprobe an den Start geht.

Review Schwarzmaler von RamTatTa Online Punk Fanzine

RamTatTa Online Punk Fanzine
Fahnenflucht - Schwarzmaler
Krass, da knallt einem richtig fetter, melodiöser und aggressiver Deutschpunk um die Ohren. Die "halbwegs tolle Deutschpunkcombo" Fahnenflucht meldet sich nach 5 Jahren Abstinenz, was Alben Veröffentlichungen anbelangt, wieder, mit einem noch wesentlich schnelleren und härteren Album als die vorherigen. Mit der neuen Platte, setzt die Band fort, was sie 2003 mit "KO-System" begonnen haben: Schneller, makelloser, politischer Deutschpunk. "Schwarzmaler" heißt die 12 Tracks starke Scheibe. Und gleich mit dem ersten Track "Augen auf!" weiß die Platte textlich und musikalisch zu gefallen, ein Lied das das Tempo für die komplette Scheibe vorgibt. Beim ersten Durchhören fällt gleich erstmal die gute Aufnahmequalität auf und der Ohrwurmcharakter von dem zweiten Track "Schwarzmaler", der schon vorab als Making Of Video im Netz aufgetaucht ist. Zum anderen hab ich das Gefühl, dass die Stimme von Thomas von Album zu Album markanter wird. Musikalisch trifft die Scheibe genau meinen Nerv: Hoch melodischer, druckvoller und schneller Deutschpunk. Es kommt keine Sekunde Langweile auf und bringt die Bude eine Dreiviertelstunde lang zum erzittern. Die Scheibe kann man nicht nur mal nebenbei hören sondern muss sich komplett darauf einlassen. Das "mitsingen" fällt anfangs noch etwas schwer, was u.a. der Schnelligkeit zuzuschreiben ist. Aber nach mehrmaligen Hören stellt auch das kein Problem mehr da, dem kommt auch zugute das die Texte klar verständlich sind.

Review Schwarzmaler von www.allschools.net

allschools
Fahnenflucht - Schwarzmaler
In Duisburg weiß man deutlich die Spreu vom Weizen zu trennen, auch wenn die 5 rauen Herrschaften von FAHNENFLUCHT sicher nicht auf biblische Redewendungen stehen. Das bereits vierte Album der deutschen Punkverliebten trumpft mit grollendem Drive, ratternder Stimme und Texten, denen Stumpfsinn und Kleinlautes glücklicherweise komplett entkommen konnten. Mit deutlichem Augenmerk auf Volldampfsound und einer Abfolge von brennenden politischen Kampfansagen machen die Jungs von FAHNENFLUCHT durch „Leben Ist Tödlich“ oder „Öl Ins Feuer“ ruckzuck auf sich und ihre Mission aufmerksam: Frontröhre Thomas grunzt weniger metallisch als auf den Vorgänger-LP´s aber gelegentlich genauso (hard-)corelastig seine Vorträge zum „1. Mai“, erklärt den „Schwarzmaler“ und rechnet in „Alle 4 Jahre“ ab. Hier und da rutscht der gesangliche Charakter bedrohlich gen Monotonie, das Melodiebügelgespann um die Gitarreros Reiner und Mole ist jedoch stets an der rettenden Front zu finden. Knapp 5 Jahre nach „Wer Wind Sät...“ geben FAHNENFLUCHT sich gelassen professioneller und definitiv bedachter, teilen aber weiterhin aggressiv und fordernd auf die Backen aus. Bleibt das Quintett auch mal vor zu „einfachen“ Hintergrund stehen („Meinetwegen Glas“ / „1.Mai“)und guckt verdattert nach links und rechts, so zündet „Schwarzmaler“ doch an mancher Ecke ein drückendes und fesselndes Feuer („Augen Auf!“, „Was Tun, Wenn´s Brennt“). Stumpfer Deutschpunk sei Spreu – FAHNENFLUCHT sind der gewaltige Weizen. Moppi: (7 Punkte)

Review Schwarzmaler von bierschinken.net

bierschinken.net
FAHNENFLUCHT Schwarzmaler
Fahnenflucht haben sich in den letzten Jahren eine nicht unerhebliche Fanbasis erspielt. Das dies völlig zu recht geschah, zeigt die neue Platte: Flotter, politisch motivierter Punkrock mit ner gehörigen Hardcore-Kante. Dritte Wahl oder auch Rawside ohne Parolengedresche lassen grüßen. 12 Songs in 43 Minuten, die keine Wünsche offen lassen. Anspieltipp des Albums ist der Song "Was tun wenn's brennt", wo Thilo Sarrazins hetzerisches Schaffenswerk gekonnt kommentiert und gleichzeitig über mögliche Folgen nachgedacht wird. Dass Punk nicht immer nur von "Ficken, Saufen, Oi" handeln muss, wird von Fahnenflucht mit "Schwarzmaler" eindeutig belegt.
kiki 02/2011

Review Schwarzmaler von Getaddicted.org

Getaddicted.org
Fahnenflucht - Schwarzmaler
Ohren auf und durch - Fahnenflucht aus Rheinberg (Duisburg) begrüßen das Jahr 2011 mit einem neuen Album. „Schwarzmaler“ beinhaltet zwölf Tracks, bei denen sich Sänger Thomas all seinen Hass und seine Wut aus dem Leib schreit. Die Mischung aus Punk und Hardcore jagt jede Menge Energie und Singalongs durch die Boxen. Die geballte Kraft der Stromgitarren und das treibende Schlagzeug geben den Worten noch mehr Kraft. Bei den Titeln „Schwarzmaler“ „Leben ist tödlich“ „Erster Mai“ „Öl ins Feuer“ oder „Mauern“ muss man keine Schönmalerei erwarten. Auch der zum „Superwahljahr“ passende Track „Alle vier Jahre“ ist kein Kompliment an unsere Politik. So wirklich ruhig wird es die ganze Zeit nicht, und auf keinen Fall langweilig. Am Ende gibt es mit „Taub, Stumm und Blind“ noch ein eher emotionales Stück, könnte aber auch daran gelegen haben, dass das Album schon zu Ende war. Also Ohren und Augen nach „Schwarzmaler“ offen halten, es lohnt sich.

Review von www.triggerfish.de - Portal für moderne Popkultur

Ohne Kompromisse

Fünf Jahre nach ihrem letzten Album zeigen FAHNENFLUCHT aus Disburg mit "Schwarzmaler" wer im Deutschpunk die Hosen an hat.

Ja. Ja. Jaaa. Schon nach dem Opener "Augen auf" haben Fahnenflucht einen im Sack. Kraftvoll und mit gesunder Härte ausgestattet poltert der Song los und steht kompromisslos zu seinen Ansichten. Genau wie das ganze Album. Über Schnickschnack und Alltag sollen andere singen, FAHNENFLUCHT sind und bleiben auch auf ihrer vierten Platte eine politische Deutschpunkband und "Schwarzmaler" aus Überzeugung.

Und auch musikalisch werden keine Kompromisse gemacht. Der harte Punkrock von FAHNENFLUCHT ist nah am Hardcore und rummst und poltert ohne Unterlass und immer nur in eine Richtung. Das wirkt brutal und direkt aber nie stumpf und offenbart eine bemerkenswerte Ideenvielfalt und Qualität. Hinzukommt, dass Sänger Thomas der Wut von FAHNENFLUCHT die richtige Stimme gibt und es ihm auch gelingt, sich vor diesem Brett von Punkrock Gehör zu verschaffen.

Mit "Schwarzmaler" präsentieren sich FAHNENFLUCHT einmal mehr als Speerspitze des harten und sendungsbewussten Deutschpunks und lassen die Konkurrenz alt aussehen.

Link zum triggerfishoriginal

Ox-Fanzine / Ausgabe #66 2006

Fahnenflucht
Wer Wind sät... - CD/Outrock-Records

Mit ihrer dritten "echten" eigenen CD hat sich die Band aus dem Großraum Duisburg sehr gesteigert: Der metallisch angehauchte Deutschpunk wirkt noch wuchtiger und druckvoller, die Texte sind politischer und durchdachter. Musikalisch spricht mich die Mischung aus Kraftmeierei, Hardcore und aufgesetzter Härte nach wie vor nicht an; es ist aber festzustellen, dass die fünf Jungs den Mix saugut hinkriegen. Ein idealer Soundtrack für alle Leute, die DRITTE WAHL oder BAFFDECKS - hier passt sogar der Sängervergleich - mochten und von EXPLOITED-Platten der neueren Generation nicht genug bekommen können.
Textlich ist die Platte sogar für mich ansprechend: "Da sind die Helden der neuen Leichtigkeit/Eine neue deutsche Welle stellt sich der Vergangenheit/Täter werden Opfer, Geschichte wird gemacht/Die Saat fürs nächste Mal ist lang schon ausgebracht." Angesichts der Dumpfheit, mit der viele der neueren Deutschpunk-Bands ihre Stücke textlich anfüllen, kann FAHNENFLUCHT in dieser Hinsicht absolut überzeugen. Respekt (7)

Klaus N. Frick


Das Ox

Anmerkung Fahnenflucht:

Nach 4 vergeben Punkten für das letzte Album "KO-System" freuen wir uns natürlich über nun vergebene 7 Punkte. Vielen Dank.

Worktogether Antifascist Webzine

Puh, ich komm aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und das obwohl die neue Schnitte von Fahnenflucht erst die erste Runde in Angriff genommen hat. Nachdem Ihr Debüt “Beissreflex“ schon ein Hammer Einstand war und der Nachfolger “K.O. System“ die Messlatte noch höher legte, setzen die Duisburger Jugens mit “Wer Wind sät…“ noch mal kräftig eins obendrauf. Energiegeladener Punkrock mit wunderschönen aggressiven Melodien bekommt die Zuhörerschaft hier von der ersten bis zur letzten Sekunde geboten. Textlich kommt man ohne stumpfe Parolen aus, aber bringt die Problematik dieses Landes trotzdem konkret auf den Punkt. Und das schöne daran ist das man die Problematik nicht nur anspricht, sondern auch versucht Lösungen aufzuzeigen, Mut zu machen, durchzuhalten, oder den Arsch mal wieder hochzukriegen.
Mit diesem Werk katapultieren sich Fahnenflucht endgültig in die oberste Liga und zählen schon aufgrund ihrer Texte zu einer der wichtigsten politischen Punkbands dieses Landes. “Wer Wind sät…“ wäre wohl der zurzeit beste Soundtrack für die nächste Revolution.


von The Steff | Friday, 02 June 2006

www.fahnenflucht.com
Outrock-Records

worktogether-ezine


Blueprint-Fanzine Ausgabe 06 2006

Ich bin ein ausgesprochener Fan von gutem Deutsch-Punk, obwohl ich die Szene seit ca. zehn Jahren nicht mehr beobachtet habe, außer natürlich die Sachen von den BOXHAMSTERS und EA 80, die sind bis heute absolutes Pflichtprogramm. Aber die sind auch nicht so spezieller Stuff, wie der typische Deutsch-Punk. Ich bin doch irgendwie auf den alten Sachen von z.B. BLUT + EISEN, A + P, BRUTAL VERSCHIMMELT und NEUROTIC ARSEHOLES hängen geblieben. Deutsch-Punk ist ja sowieso so eine Geschichte, die sehr viel mit Erleben und den dazugehörigen Lebensumständen zu tun hat. Doch zum Saufen und Party machen gibt es nichts Besseres!

Und dieses Feeling bringen die fünf Jungs von FAHNENFLUCHT doch sehr gut rüber. Melodiöser und aggressiver Punkrock mit wirklich guten Texten, wobei die Aggressivität in den meisten Songs überwiegt. Besonders bei Stücken wie „Punk Rock Pazifisten“ und „Ich bin dein Feind mein Freund“ fühlt man sich glatt um 15 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Die Stimme ist auch so wie sie sein soll – hasserfüllt und grimmig. Das, was Punk ja sowieso zum größten Teil ausmacht.
Die CD hat mich auf jeden Fall animiert, mal wieder meine alten Scheiben heraus zu kramen und durchzuhören.

Blueprint-Fanzine

www.sweetjanemusic.com

Wer Wind sät...
Mit „Beissreflex“ haben Fahnenflucht erstmalig auf sich aufmerksam machen können, mit „K.O. System“ erschien jedoch vor zwei Jahren dann der Langspieler, der die Band in einem schon ganz anderen Format präsentierte. Seitdem scheint man jede Menge dazu gelernt zu haben, denn die 14 neuen Songs zeugen von noch mehr Persönlichkeit, setzen zwar noch immer auf plakative Aussagen, diese jedoch werden viel besser verpackt, sowohl in lyrischer als auch musikalischer Hinsicht.
Fahnenflucht scheinen seit dem Release von „K.O. System“ hart an sich gearbeitet zu haben, denn man versteht seine Instrumente viel stimmiger einzusetzen. Fast immer finden sich melodische Gitarrenleads in den Songs. Diese sind zweifelsohne noch immer Deutschpunk, jedoch vielschichtiger als zuvor. Man gibt sich nicht mehr nur mit dem bloßen Aufdecken von Missständen zufrieden, sondern bietet mehr als das.
Das sehr liebevoll gestaltete Artwork unterstützt dann den Eindruck, man hätte es hier mit einer sichtlich gereiften Band zu tun. „Wer Wind sät...“, der erntet eben ein Album wie dieses. Diese Songs sind der Lohn harter Arbeit und zeigen die Band wieder einen sichtlichen Schritt weiter in die richtige Oppositionsecke.


www.sweetjanemusic.com
(Dennis Grenzel)

Musicscan 2001

Musicscan 2001

Nachdem man die Platte einmal zweimal gehört hat, ist zwar klar, dass das nix Neues ist, aber auch kein endlos wiedergekauter Mist. Die Musik steht voll in der achtziger Deutschpunktradition und ist einfach zu gut, um sie zu Überhören. Immerhin werden einige Ohrwürmer geboten, die man öfter hören kann und die schon Lust machen, die Band mal auf der Bühne zu sehen. Absolut pogotauglich! textlich ist das ganze aber dann mehr ein Griff in die Mottenkiste. Haben andere schon besser und weniger plakativ, pathostriefend dargeboten. Paát mir auch persönlich nicht, da es manchmal doch schon in Richtung "Parolengrölen" geht (z.B. "Gewalt"). Alles in allem ist aber klar, warum man von einer der besten Bands des letzten Schlachtrufe-Samplers spricht. Und obwohl die Texte der Musik manchmal ein Bein stellen ist die Platte für die Liebhaber der 80er durchaus hörenswert. Man darf gespannt sein, was noch kommt.

Christoph Rating: 6 von 10 Sternen 02.05.2001

Ox-Fanzine / Ausgabe #41

Review: BEISSREFLEX CD
Artist: FAHNENFLUCHT
Ox-Fanzine / Ausgabe #41
Wow! Ist zwar nicht gerade neu, was die Herren hier abliefern, aber für alle Sympathisanten des rauhen 80er Deutschpunk ist das hier ein Fest! Bei Songtiteln wie "Ziviler Ungehorsam" oder "Hausbesetzerlied" denkt man natürlich an Pathos der unteren Schublade, dennoch gibt´s hier mit z.B. "Reagieren" echte Knaller zu hören. Textlich ist das ganze auch nicht ganz so schlimm parolenmässig geraten und als musikalische Referenzpunkte fallen mir spontan die BAFFDECKS und die alten 1.MAI ´87 ein. Im Info steht was von "Ohrwurmqualitäten" und "Pogohärte" und das wird wohl so richtig sein. Checkt einfach mal www.suppenkazper.de (Torsten Felter)
© by OX-FANZINE / Ausgabe 41

Ox-Fanzine / Ausgabe #54

Review: K.O. SYSTEM CD (Suppenkazpers)
Artist: FAHNENFLUCHT
Ox-Fanzine / Ausgabe #54
Schneller Deutschpunk, der kontinuierlich nach vorne gebolzt wird, mir aber auf Dauer zu eintönig wird. Die Band aus Duisburg bringt teilweise extrem politische Texte - beispielsweise der "Chill-Out Song", der sich auch als "Lied für Hamburg" versteht und ganz eindeutig Position bezieht. Teilweise kommt das dann ein bisschen arg platt rüber, trotzdem kann man der Band kein Parolengedresche vorwerfen. Die Jungs packen zudem gerne allgemeine Themen in ihre Lieder und vergessen nicht, augenzwinkernd Kritik an allerlei Dingen zu üben. Musikalisch ist es leider nicht meine Tasse Bier, da dieser Deutschpunk arg martialisch rüberkommt. Hätten FAHNENFLUCHT eine stärkere Metal-Kante, würden sie wie DRITTE WAHL klingen - das dürfte als Vergleich mit einer durchaus beliebten Band ja ausreichen. (42:00) (04/10) (Klaus N. Frick)
© by OX-FANZINE / Ausgabe 54

Review von Sweetjanemusic zum Album KO-System

Auch eine Band, bei der ich wegen des Namens immer Abstand genommen habe, doch wie sich in der letzten Zeit zeigte, ist das ein schwerer Fehler. So auch im Falle Fahnenflucht.

Der Name ist nicht Programm, denn Fahnenflucht gehen gewaltig nach vorne und das nicht klammheimlich, sondern lautstark und anklagend. Wir haben es hier schon mit Deutschpunk im engeren Wortsinn zu tun, doch ist dieser alles andere als langweilig und hirnlos. Fahnenflucht gibt es seit 1996 und wie wohl jede Band gab es auch hier unzählige Lineup-Wechsel. Auch die Proberaumheimat musste zwischenzeitlich gewechselt werden. Der Grund: "Nur wegen ein paar rotzfrechen Grundschülern, die ihr nicht selbst artikuliertes Recht auf Bildung in Form ihrer Eltern geltend machten. Nach dreitägiger Straßenschlacht räumten wir das Feld und nisteten uns Luftlinie dreihundert Meter weiter unter einem Getränkemarkt ein." ;-)

"K.O. System" ist schon ein sehr eingängiges Album, jedoch scheint es von Hördurchgang zu Hördurchgang mehr zu ziehen. Da scheint alles stimmig. Die rauhe Stimme von Sänger Thomas passt ideal zu den flotten Songs, denen es auf Grund einer zweiten Gitarre nie an Melodie fehlt. Wer die guten alten BOXHAMSTERS oder auch TURBOSTAAT mag, für den könnten auch Fahnenflucht eine Bereicherung darstellen, obwohl die Musik ´einfacher´ ausfällt, d.h. straighter ist. Und auch ich würde es mir einfach machen und Fahnenflucht auf die Anklagebank setzen, wären da nicht all die Kleinigkeiten, die diese Band in großem Stile von der Primitivität abheben, wie z.B. die Richtigstellung in den letzten 3 Textzeilen bei "kleiner Terrorist".

Klar ist auf "k.o. system" vom ´anders sein´ die Rede, darauf herumzutrampeln wird zum Glück vermieden. Und die Texte von Frontmann Thomas greifen zwar an, geben jedoch nie vor, die Wahrheit gänzlich für sich alleine gepachtet zu haben. "Bleibt es eine Hoffnung? Bleibt es wie es ist? Es gibt nur eine Antwort und die heißt: Ich weiß es nicht. Die Welt wird sich verändern. Nichts bleibt wie es war. Doch in welche Richtung ist für keinen von uns klar." Man ist halt eben Teil des Systems, akzeptiert. Anders aber im Teilsystem. Die Texte insgesamt sind straight und man verschluckt sich nicht an Wortspielereien. Direkt also. "Und die Zeit ist ein sonderbares Ding. Wenn man so dahinlebt ist sie nichts, doch dann auf einmal spürst du nichts als sie..." .

Fahnenflucht haben gute Texte und die Musik rockt. Mittlerweile hat man sogar eine Homepage. Was will man also mehr?! Diese Platte ist alles andere als egal. Der Zweitling "k.o. system" beinhaltet alles das, was man braucht, um sich als musikalische Instanz im System zu verorten. Matt!

www.sweetjanemusic.com
(Dennis Grenzel)